Freitag, 17. Mai 2013

Selbstgemachter Löwenzahnhonig - ganz ohne Bienen!


 
In diversen veganen Internetforen und Facebook-Gruppen grassiert momentan das Löwenzahnhonigfieber. Überall in der Republik wird gepflückt, geköchelt und genascht. Da wollte ich natürlich auch mitmischen! Durch die ausgedehnten Spaziergänge mit meiner pelzigen Mitbewohnerin fielen mir natürlich sofort geeignete Löwenzahnfelder ein und so zogen wir beide - wegen der Zecken beide nach Kokosöl duftend - los und sammelten fleißig gelbe Blüten. Am Ende der Aktion kam dann auch tatsächlich ein goldgelber, aromatischer „Honig“ bei raus – wirklich verblüffend! Warum also den Bienen noch weiter unnötig den Honig klauen?
Wenn ihr dieses Jahr selbst auch noch in den Genuß leckeren, selbstgemachten Honigs kommen wollt, dann müsst ihr euch allerdings ein bißchen sputen – die Löwenzahnblüte ist nämlich schon fast vorbei!

Und so geht’s:

Ihr braucht dafür folgendes:
400 g Löwenzahnblüten
1 Bio-Zitrone
2 Liter Wasser
2 Kilo Zucker
Marmeladengläser mit Schraubverschluss

Z
unächst geht es erstmal ans Ernten. Am Besten sucht ihr euch eine Wiese aus, die nicht in der Nähe von Feldern, Weinbergen oder Obstplantagen liegt, da hier bekanntermaßen Pestizide gespritzt werden, die wir in unserem Honig vermeiden möchten. Auch stark frequentierte Hunde-Gassi-Gebiete sollte man aus naheliegenden Gründen eher meiden. Sehr gute Plätze sind z.B. nicht mehr bewirtschaftete Streuobstwiesen, wie es sie hier und da in Finthen, Ober-Olm und Budenheim gibt. Gesammelt werden nur die Blütenköpfe, wobei es hier unterschiedliche Meinungen gibt, ob dies nur bei trockenem Wetter oder bei Regen geschehen soll. Bei Sonne machts auf jeden Fall mehr Spaß!
 
 
Ausführlich wird im Internet auch diskutiert, ob man den grünen Blütenboden mitverwenden kann oder die Blütenblätter abzupfen soll. Den meisten Erfahrungsberichten zufolge scheint dies jedoch geschmacklich keinen Unterschied zu machen und auch bei mir ließ sich kein bitterer Geschmack feststellen.

Die Blütenköpfe – gezupft oder ganz – werden dann gewaschen und im Wasser mit der in Scheiben geschnittenen Zitrone für 30 Minuten gekocht. Anschließend lässt man den Sud für ca. 24 Stunden abgedeckt stehen.  
 
 
 
Nach der Ruhezeit gießt man den Sud durch ein Küchentuch und presst aus den abgeseihten Blütenköpfen mit dem Tuch die restliche Flüssigkeit heraus. In den aufgefangenen Sud gibt man nun den Zucker, rührt das ganze um und lässt es ca. 4-6 Stunden (oder sogar länger) kochen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
 


Wichtig ist, dass der Honig die ganze Zeit leicht sprudelnd vor sich hin kocht. Zwischendurch sollte man immer mal wieder eine Gelierprobe machen, um die Konsistenz zu prüfen, d.h. man gibt einen Teelöffel Honig auf einen Teller und schaut nach ca. 1-2 Minuten, wie fest die Masse geworden ist. Allerdings muss der Honig nicht unbedingt so dick wie Marmelade sein. Und nach dem Abkühlen im Glas wird er auch noch dicker, also keine Panik. Wer auf Nummer Sicher gehen will, nimmt einfach direkt Gelierzucker. Ist der Honig fertig, füllt man ihn in heiß ausgespülte Schraubgläser (randvoll), verschließt den Deckel fest und lässt die Gläser auf dem Kopf stehend auskühlen.
 
Den Honig kann man nun wie ganz normalen Bienenhonig auch verwenden, z.B. als Brotaufstrich, im Tee, zum Backen und Süßen allgemein. Oder einfach an liebe Freunde verschenken!

Kommentare:

  1. Super Beitrag, vielen Dank!
    Aber wieso muss man dazu den ungesunden weißen Zucker verwenden ?

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  2. Gibt es auch eine Möglichkeit, den Honig zuckerfrei herzustellen? Schmeckt er mit Stevia noch genau so gut oder vielleicht mit Reissirup? Und wie ist es dann mit den Mengen?

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    1. Reissirup ist auch Zucker..
      Um die Konsistenz zuckerfrei nachzuahmen, musst du wohl Verdickungsmittel einsetzen, dann kannst du sicherlich auch mit Stevia süßen (aber ob das schmeckt?!)

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    2. Das war ja meine Frage, ob er dann noch schmeckt und welche Mengen ich dann bräuchte..

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    3. Hi, den ungesunden weißen Zucker habe ich verwendet, weil das nun mal die klassische Zubereitung von Sirup, etc. ist und man damit auch sicher sein kann, dass das Ganze dickflüssig wird und haltbar ist. Mit anderen Süßungsmitteln, z.B. Stevia, habe ich es leider noch nicht probiert, aber ich könnte mir vorstellen, dass sowohl die Konsistenz und die Haltbarkeit darunter leiden. Probiere es doch mal aus und lass uns wissen, wie das Ergebnis geworden ist - das würde mich sehr interessieren!

      Liebe Grüße,
      Luni Popuni

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    4. Hi, ihr könnt euren "löwenzahnhonig" als Sirup verkaufen oder verschenken, um nicht mit dem Lebensmittelgesetz in Konflikt zu geraten. Außerdem ist alles was in eurem Beitrag über Bienen zu lesen ist, milde gesagt aufgelegter Blödsinn.
      Ein erstaunter ÖSI

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    5. Hallo ÖSI, ich glaube, du hast deinen Kommentar versehentlich auf der falschen Seite gepostet - mit dem "Blödsinn" meinst du wohl die Ausführungen von PETA zu Honig und zu Bienenhaltung auf der entsprechenden website von PETA (http://www.peta.de/honig-von-bienen-aus-der-massenzucht#.VCVCk2CKCzk). Dort hat PETA nämlich freundlicherweise mein Rezept als Vorschlag für vegane Honigalternativen verlinkt.

      Ob der Artikel von PETA "Blödsinn" ist oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich kann die Argumentation gut nachvollziehen und esse als Veganerin deshalb auch keinen Honig - was für mich keine große Umstellung bedeutet hat, da ich auch in meinen nicht-veganen Zeiten schon so gut wie nie Honig gegessen habe. Falls ich mal einen Honigersatz zum Kochen o.ä. brauche, nehme ich meinen Löwenzahnhonig/sirup oder Agaven- oder Apfeldicksaft. Als Geschenk kommt mein selbstgemachter Löwenzahnhonig/sirup übrigens bombastisch gut an - viel besser, als es Honig jemals täte! ;-)

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  3. Jetzt wird den Bienen nicht nur der Honig geraubt -- jetzt enzieht man ihnen gar die Grundlagen! Ihr habt kein Herz.

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  4. Gelierzucker???????? Wird Gelatine nicht aus Knorpeln hergestellt?

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    1. Liebe Inge, keine Panik: GELIERzucker hat mit GELATINE rein gar nichts zu tun noch enthält Gelierzucker Gelatine. Gelierzucker enthält Pektin, dass aus Äpfeln gewonnen wird und ist daher 100 % vegan. Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Gelierzucker

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  5. Das Rezept klingt interessant.

    Leider ist der Peta-artikel sehr schlecht recherchiert und ist fachlich in einigen Punkten falsch und tatsächlich als Blödsinn einzustufen.

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    1. Hallo Dagor1991,

      die Autoren von PETA sind bestimmt für Kritik, Korrekturen und Verbesserungsvorschläge offen. Und ich denke, dass sie es sehr begrüßen würden, wenn du ihnen die von dir entdeckten Fehler und Widersprüche im Detail mitteilen könntest, damit der Artikel überarbeitet werden kann. Schreib PETA doch mal an und lass sie wissen, was genau falsch ist - das wäre sicher auch im Interesse aller anderen Leser. Wie gesagt, besteht zwischen mir und PETA keinerlei Verbindung, außer dass ich ihre Aktionen mit Interesse verfolge und sie zufällig meinen Blog verlinkt haben. Ich hoffe trotzdem, dass dir mein Rezept gefällt - vielleicht probierst du es in der nächsten Löwenzahnsaison auch mal aus, schmeckt wirklich gut! ;-) Liebe Grüße, Luni

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  6. Wow cool, werde ich nächstes jahr auf jeden Fall ausprobieren :)))
    Aber wie den anderen fleißigen Kommentarschreibern geht auch mir das mit dem weißen ungesunden Zucker gegen den Strich :D
    Gibt es dazu echt keine Alternativen wo weder die Konsistenz, noch der Geschmack ddrunter leidet? :'(

    Constantin

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    1. Lieber Constantin,

      wie gesagt, bin ich keine Stevia-Esserin bzw. - Expertin, habe mit normalem ungesunden Zucker kein Problem und benutze deshalb auch keine Zuckeralternativen (außer manchmal Xylit zum Zähneputzen). Ich glaube aber mal gehört zu haben, dass man aus Stevia-Pulver auch Sirup kochen kann. Ob dieser dann auch so haltbar ist wie der "echte" Sirup aus dem bösen weißen Zucker kann ich nicht sagen. Probiere es doch einfach mal aus, würde mich (und bestimmt auch andere Leser diese Blogs) trotzdem interessieren!
      Liebe Grüße, Luni

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  7. Na ob dass ernten der Nahrungsgrundlage für die Bienen so cool ist ?
    Genauso wie die Energiebilanz bei diesem langen Thermischen Prozess....

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    1. Na ob die Energiebilanz, die während des Verfasssens dieses Kommentars verbuxht wurde, den Inhalt dessen legitimiert.

      Getrollt wird net! Wer troll, fliegt ;-)

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